Bio

Am Anfang stand das ’Weniger ist mehr’. Im Versuchsstadium wurde aus einem Quintett schnell ein Quartett, und das wuchs dann zum Trio. Was sich nach einem Rechenfehler anhört, beschreibt in Wahrheit ganz gut die Geschichte von Van Deyk, „wir jedenfalls“, sagt Sänger, Gitarrist, Pianist und Namensgeber Dominic van Deyk, „sind damit sehr glücklich. Unser Schlagzeuger“, Mathias Blässe, „spielt inzwischen mit einer Hand Schlagzeug und mit der anderen den Synth-Bass. Das ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal und klingt gut, sondern sieht auch noch sehr cool aus (lacht). Jeder in der Band beteiligt sich am Songwriting, anfangs waren es hauptsächlich meine Songs, die wir gespielt haben. Der Sound hat sich durch den allseitigen Input sehr entwickelt, auch wenn ich der Hauptsänger bin.“

Fünf Songs haben Van Deyk, Robert Holstein komplettiert die Band an Gitarre, Keyboards und Mikro, jetzt auf ihrer ersten EP „Happy People“ versammelt, und die machen zwei Dinge zugleich: hellhörig und gute Laune. Schön arrangiert, aber keinem Konzept untergeben; oft heiter, ohne jemals oberflächlich zu werden; mit Melodien gespickt, die einem vor allem deshalb nicht aus dem Kopf gehen, weil man sie genau da behalten will. Nach solch aprilfrisch lässigem Pop jedenfalls muss man nicht nur hierzulande lange suchen.

Was also hätte
 nähergelegen,
als jetzt von
mehr oder we
niger talentierten Talent-
Scouts des 
Biz’ Patent
lösungen zur 
ganz großen 
Karriere
 angeboten zu 
bekommen. So 
nach der Art
 ‘das jetzt noch
auf deutsch,
dann geht da was!’ „Ich denke, wir müssen uns mit unseren englischen Texten echt nicht verstecken.“ Außerdem ist Dominic zweisprachig aufgewachsen, „mit einem walisischen Vater. Ich war oft in England, habe in Schottland studiert und eine starke Bindung zu der Insel. Irgendwie stehe ich immer mit einem Bein auf der anderen Seite des Kanals.“ Und deshalb mit seinen englischen Songs hier noch längst nicht zwischen den Stühlen.

Die Vorgeschichte des Trios, das sich beim Hamburger Popkurs zusammenfand, verdient ohnehin ein genaueres Hinsehen. Auch Robert etwa ist nach dem Abi „nicht gleich darauf gekommen, dass man aus Musik einen Beruf machen kann. Erst als ich in ein paar coolen Bands gespielt und auch erste Songs selbst geschrieben hatte, wurde mir das klar.“ Zudem stamme er aus Bayreuth, „da trägt sowieso jeder junge Musiker den Traum mit sich herum, dort möglichst schnell raus zu kommen.“ Mathias wiederum studierte Schlagzeug in Osnabrück, auch nicht eben Nabel der Popwelt. Drei Musiker aus der popkulturellen Diaspora also, um das Wort ’Provinz’ zu vermeiden, die in Hamburg ihren Traum zu leben beginnen.

Und jetzt klingt gleich die erste EP aus dem Hause Van Deyk ungefähr so perfekt unperfekt nach gemachten Erfahrungen, Leidenschaft und der Freundschaft dreier Musiker, wie sich das Castingshow-
Zuschauer so verzweifelt wie vergeblich erhoffen. Aber guter Pop war halt noch nie das Werk von Visagisten, Couturiers und Zynikern. „Als ich mich im Studium mit Musik auch theoretisch befasst habe“, sagt Dominic, „kam beim Schreiben von Songs manchmal das Gefühl auf, ich würde mich irgendwie mit billigem Kram beschäftigen.“ Er traute sich damals kaum, das den Kommilitonen mal vorzuspielen. „Da bin ich mittlerweile aber drüber weg, in der Popmusik gibt es zwar sehr schöne, komplexe Songs, aber auf diese Komplexität kommt es nicht grundsätzlich an.“ Auch wenn es erstmal banal klänge, Gefühle seien da oft wichtiger. Damit wären wir hier schon wieder beim „weniger ist mehr“. Nicht nur rein zahlenmäßig.

 

VAN DEYK is:

Dominic van Deyk: Vocals, Ac. Guitar & Keys

Robert Holstein: Guitars, Vocals & Keys

Mathias Blässe: Drums, Bass Synth, Samples, Keys, Vocals